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Üben – Keine Lust

Jeder Instrumentalschüler möchte möglichst rasch vorankommen, um bald schon Stücke seiner Wahl frei und flüssig spielen zu können. Jeder Instrumentallehrer freut sich, wenn dies gelingt und seine Bemühungen fruchten. Auch die Eltern oder Erzieher befriedigt dann die Investition.
Aber: Kein Meister fällt vom Himmel, der Haltung, Fingersätze, Lagen, Griffe, Melodie, Rhythmus, Lautstärke, Tempo und Ausdruck soweit beherrscht, dass eine angemessene Wiedergabe eines Musikstückes ohne weiteres möglich ist. Vielmehr kostet es Zeit, Entbehrungen, Überwindung, Konzentration und auch Nerven, bis die mechanischen Bewegungen von selbst ablaufen und eine lebendige Interpretation ermöglichen. Wie in anderen Lebensbereichen (z.B. Schule und Sport), so kann auch in der Musik nur derjenige seine gewünschtes Ziel erreichen, der bestimmte geistige und körperliche Tätigkeiten immer wieder ausführt. Dabei prägen sie sich dem Menschen ein, sodass sie jederzeit zur Verfügung stehen.

Also: Übung macht den Meister.

Einige Rahmenbedingungen sind für das erfolgreiche Üben unentbehrlich:

  1. Hat der Schüler sich sein Instrument selbst gewählt, wird er erfahrungsgemäß bei unvermeidbaren Schwierigkeiten leichter durchhalten.
  2. Übungszeiten sollten einen festen Platz im Tages- und Wochenplan einnehmen. So erinnert der rhythmische Ablauf bald von selbst an das Üben (z.B. erst das „Abendkonzert“, dann die Gutenachtgeschichte).
  3. Lieber öfter und kürzer als selten und lange üben.
  4. Schwierige Passagen in verschiedenen Variationen gespielt bringen Abwechslung.
  5. Kann der Übungserfolg selbst nicht motivieren, so tun es oft angemessene Belobigungen.

Leider bereitet beim Üben ein gleichförmiges Wiederholen oft mehr Frust als Lust. Doch Lehrer, Schüler und Eltern können dem gemeinsam entgegenwirken. Der Schüler lässt sich entsprechend seiner altersbedingten Entwicklungsstufe unterschiedlich motivieren.

  1. Bereits ein 3-7jähriger will etwas lernen und soll daher ernst genommen werden. Durch bildhafte Erklärungen (beispielsweise Finger springen wie Mäuse) sowie durch phantasievolle Spiele und Geschichten wird das Üben lebendig gestaltet. Auch kommen die Eltern nicht umhin an das tägliche „Musizieren“ zu erinnern, da in diesem Alter das Zeitempfinden noch wenig ausgeprägt ist. Wenn möglich, sollten Sie selbst die Anfänge des Instrumentalspiels erlernen, um so auf zweierlei Weise als Vorbild zu wirken. Einerseits müssen sie selbst üben, andererseits kann das Kind ihre Bewegungen kopieren.
  2. Ein 7-14jähriger achtet den Lehrer als echten Helfer in seiner natürlichen Autorität. Wetteifer mit Gleichaltrigen und das Ergebnis der eigenen Leistungsfähigkeit motivieren. Die Eltern werden dabei eigenständige Übungsarbeiten aus der Ferne beobachtend mitverfolgen. Können Sie ihrem Kind klarmachen, dass es nicht selbstverständlich ist, ein Instrument spielen zu dürfen, dass man dann über „darf“, aber nicht „muss“?
  3. Ein Jugendlicher ab 14 Jahren bricht aufgrund der altersbedingten Gemütsschwankungen und der vorübergehenden Abkehr von herkömmlichen Gesellschaftsformen oftmals das Instrumentalspiel ab. Daher ist es ratsam, taktisch geschickt vorzugehen, und beispielsweise bei der Stückwahl den individuellen Bedürfnissen des Schülers entgegen zu kommen.

Es klingt unglaublich, aber richtiges Üben kann Geist, Seele und Leib erfrischen und somit ein wertvoller Ausgleich zu den hohen schulischen Anforderungen und den Belastungen unseres täglichen Lebens sein. Man muss es nur selbst ausprobieren. Und dann gilt: Mehr Lust als Frust durch sinnvolles Üben!

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